La Paz

30 09 2010

Über die Stadt La Paz haben wir nicht viel positives zu sagen, da es unverständlich ist wie man hier Leben kann und wie die größte Stadt des Landes an so einem ungünstigen Punkt liegen kann. Besser gesagt sind es ja 2 Städte, La Paz und El Alto die kaum von einander getrennt sind und irgendwas zwischen 3 und 4 Millionen Leuten fassen. Dazu kommt dass La Paz sich in einem Kessel ausdehnt der vom an und auf der Anhöhe gebauten El Alto einseitig umgeben ist und sich die Stadt so über 800 Höhenmeter erstreckt, von 3200 bis 4000 Metern. Als Tourist lebt man im Inneren des Kessels dem „modernen Zentrum“ und Regierungsbezirk, da der Rest nicht gerade als sicher gilt.Unser Hostel war annehmbar wenn auch ein wenig laut in der Nacht, aber ausserhalb war es uns eindeutig zuviel, zuviel Dreck, Verkehr, Smog, Trubel und wirklich Hässlich. Es ist schon unglaublich dass wir zuvor andere Reisende trafen die es hier schön fanden. Noch nicht mal der Platz am Regierungszentrum war wirklich sehenswert, ausser man störte sich nicht an dem bewaffneten Militär überall. Interresantes gab es aber schon zu sehen, so sahen wir uns das Kokamuseum an und streiften über den Hexenmarkt, wo es reichlich Obskure Dinge zu erwerben gab. Beispiel gefällig??? Wie wär es denn mit mumifizierten Lamaföten, die bringen ewig Glück daheim wenn man sie bei Neubau einmauert. Ja ist schon eine wilde Stadt die einen echt nervös macht, aber immer noch die Ursprünglichkeit des Landes und deren Aufbruch in die Moderne wiederspiegelt.

Eins wäre dann noch zu erwähnen was wir hier unternahmen, nämlich unsere Tour die Deathroad hinunter mit dem Mountainbike. Vieles hört man über diese Straße die zur gefährlichsten der Welt gekürt wurde, ich kann aber schon mal sagen dass man nicht alles aber vieles glauben kann.  Die Yungas Road kostete schon bei ihrem Bau Hunderte oder sogar Tausende Menschenleben (genaue Daten sind schwer zu erhalten und Gerüchte gibt es viel) und danach kam es auf dieser Straße die sich auf einer Strecke von 69 Kilometern von 4800 Metern  auf 1200 runterschraubt und dabei nicht gerade deutschem Standart entspricht ausser dem von schlechten Feldwegen. So hat sich an manchen Stellen eine Breite von nicht mal 2 Metern wobei es bis zu 600 Metern in die Tiefe geht, von Planken ganz zu schweigen. So kostete diese Straße in ihrer aktiven Zeit von den 30 Jahren bis 08 Tausende Tote, alleine in 06-07 wohl geschätzte 300 pro Jahr. Zum Glück baute man eine neue Straße die die Strecke umgeht und so dem Verkehr eine sichere Lösung bot. Heute wird die Straße fast nur noch von Mountainbiketouren und ihren Begleitfahrzeugen befahren. Wir hatten bei all diesen Zahlen ganz schön bammel vor der Tour und waren uns morgen auch nicht ganz so sicher wie es so werden würde. Zum Glück waren wir nur zu 4 (wir und die Holländer) mit unserem Guide und konnten unsere Geschwindigkeit selbst bestimmen. So liesen wir es langsam angehen, besonders da der Hochnebel über den Bergen lag und wir ab dem ersten Stück echte Deathroad nicht viel sahen. Die Strecke war echt interresant, mit tollen Aussichten und atemberaubender Streckenführung. Am Schluß im tieferen Bereich wo die Straße wieder breiter wurde liesen wir es dann sogar echt noch ein wenig krachen. Wobei ich mir mit Famke (betrieb mal Crosscountry im Verein) und Joron ein Rennen lieferte. Dabei passte unser Guide immer toll auf und schaute dass er die Gruppe zusammenhielt und uns ein Gefühl von sicherheit vermittelte. Am Ende waren wir sogar traurig dass nach über 3 Stunden Bergabfahren alles schon vorbei war.

Dabei will ich aber jeden warnen der diese Tour nun auch machen will diese Straße zu unterschätzen denn ab und an stürzen immer noch Leute in die Tiefe. Meistens weil sie es übertreiben oder die ständige Gefahr nicht einzuschätzen wissen. Die Tour ist für jeden was wenn man seine Grenzen kenn und ein waches Augehat.



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