Potosi oder Willkommen in der höchsten Stadt der Welt!!!

23 09 2010

Nach einer langen Reise durch den Norden Argentiniens, einem Grenzübertritt um 6 Uhr morgens zu Fuss und einer weiteren langen Busfahrt ohne Klo und mit mutmaßlichen Dieben als Hintermänner kamen wir endlich am ersten Stopp in Bolivien an. Und durch die lange Reise und der extremen Höhe mit 4000 Metern schwierte uns ganz schön der Kopf und wir wollten eigentlich nur noch ins Bett. Wobei man sich an schlafen in dieser Höhe erst einmal gewöhnen muss und so wachten wir Nachts sogar mehrmals auf da wir dass Gefühl hatten uns bleibe die Luft weg. Aber nach dem ersten netten Frühstück in unserem schönen Hostel, dass in einem altem Gebäudekomplex untergebracht war der nach Kloster schrie, und wir auf einem Rundgang durch die Innenstadt ein wenig bolivianische Höhenluft schnuppern konnten mussten wir eingestehen dass es hier viel schöner ist als wir uns erhofft hatten. Auch wenn diese Stadt eigentlich nur für ihre Höhenlage und den benachbarten Hügel der die größte Silbermine der Welt beherbergte berühmt ist, hat sie viel Charme und strahlt mit ihren in Trachten gekleideten Bewohner mehr Südamerika aus, als alles was wir zuvor gesehen hatten.So war nach diesem ersten Eindruck auch unsere Angst ein wenig verflogen und wir gingen offen und mit großen Augen der neuen Erfahrung entgegen. Potosi stellte sich wirklich als bunte und interresante Stadt mit vielen neuen Eindrücken herraus. So unternahmen wir eine Tour in die Minen die Heute von den Einheimischen in Kleingruppen betieben wird und wo wie zu Urgroßvaters Zeiten noch jedes Gramm Erz mit Schweiß und Blut abgerungen wird. Von unserem Guide der auch noch ab und zu in den Minen arbeitet erfuhren wir dabei viel über das Leben und die Kultur der Minenarbeiter, sowie über die harte Arbeit die verrichtet wird. So kauften wir auf dem Markt Zigaretten, 96 prozentigen Alkohol, Kaffeelikör, Saft,Kokablätter, Handschuhe und Dynamitstangen als Präsente ein. Ja auch Dynamit und andere Sprengstoffe kann man hier einfach so einkaufen. Danach gab es eine Einweisung in die Trinkkultur der Arbeiter bei der der Hochprozentige Alkohol ins Spiel kam und die Götter geehrt wurden.

Und dann ging es in die Mine, die nicht gerade mit dem zu vergleichen ist was wir so aus Deutschland kennen sondern eher nach Wildwestfilm in dreckig aussieht. Also auf die Köpfe aufpassen und los ging es in diese Arbeitshölle wo bei dünner und stickiger Luft die Bolivianer den Schätzen der Erde nach jagen. Dabei brachten wir unsere Geschenke unter die Leute, sprachen mit ihnen über ihre Arbeit und durften natülich ein wenig mithelfen. Ausserdem wurde da Freitag war auch mehrmals das Trinkritual praktiziert und eine Zigarette mit den Jungs geraucht. Und nach abschließenden Klettereinlagen und einer Vorführung über die Handhabung von Dynamit ging es dann wieder ans Tageslicht. Und wir waren uns alle einig, dass dies wohl einer der Menschen unwürdigsten Arbeitsplätze der Welt ist. Wir waren nur 1,5 Stunden in den Tunnel und nicht mal mehr als einen Teil von 2 der 7 Ebenen haben wir gesehen und waren am Ende doch so verschwitzt und fertig wie selten zuvor.

Nach diesem Erlebnis  gönnten wir uns ein wenig Entspannung und ließen den Rest der Zeit ruhig angehen. Als einzige weitere Aktion, shoppten wir ein wenig (wer in Südamerika reist und günstig traditionelle Sachen kaufen will ist hier am besten dran!!!!) und sahen uns noch den wunderschönen Sonnenuntergang vom Dach einer Kirche. Ansonsten will ich nur noch die bolivianische Küche erwähnen die wirklich nicht von Armut zeugt, sondern mit Gewürzen nur glänzt.

Potosi ist wirklich eine Reise wert und wir hatten noch lange nicht alles gesehen. Aber man muss sich auch erst einmal an diese Höhe gewöhnen, was nicht so leicht ist. Am besten helfen dabei der so beliebte Kokatee oder gleich die Blätter kauen, was zwar nicht besonders schmeckt aber schnell hilft. Dabei besteht keine Gefahr von Sucht oder desgleichen wie aus der daraus gewonnen Droge Kokain. Zum Vergleich, um die Wirkung von einem Gramm Koks zu erreichen müsste man über 3 Kilo der Blätter zu sich nehmen und dass scheint mir wohl ein wenig unrealistisch. Ausserdem hat die Pflanze viele positive Wirkungen auf den Organismus und ist aus dem Alltag der Menschen in Nord-Argentinien, Nord-Chile, Bolivien und Peru nicht weg zudenken.



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