Zum Choquekirao und dann durch die Anden bis zum Machu Picchu!!!
23 10 2010Mit 9 Tagen am Stück wandern durch die Anden stand nun ein ganz harter Brocken auf unserem Abschlußprogramm für Südamerika. So hieß es noch mal alle Kräfte sammeln und dem kommenden Schmerz unerschrocken ins Auge schauen. Und wie immer ging es erst einmal früh morgens (wie könnte es auch anders sein) los auf die Reise. Erst wurden noch die Vorräte eingekauft und die Campingsachen verstaut vor wir erst einmal ein paar Stunden mit dem Auto in entlegenere Gebiete vorstoßten. In einem kleinen Dorf im Nirgendwo angekommen hieß es dann warten, auf was auch immer. Am Ende wurde die Wartezeit echt lange und so kamen wir dann auch ganz schön spät los, tja so Esel lassen halt mal ganz schön auf sich warten. Aber am Ende war alles verstaut und unsere Gruppe bestehend aus einem Guide, Maultierführer plus 3 Esel und wir 4 Touris (Marina, Roberto aus Peru, einem älteren Deutschen dessen Name ich nicht mehr weis und meine Wenigkeit natürlich) konnte endlich starten.Der Anfang lief noch gemächlich ab und so ging es bei leichtem Regen mit abwechselndem Sonnenschein auf einem kleinen Pfad in Richtung Berge. Nach einer Weile kamen wir dann zum ersten Aussichtspunkt von wir wir unsere Aufgabe für die nächsten 3 Tage bewundern konnten. Und dass waren nicht gerade rosige, denn es lag ein über 1000 Höhenmeter tieferes Tal vor uns in dass wir erst runter steigen mussten, bevor wir auf der anderen Seite wieder 1500 Meter hinauf mussten bis zum ersten großen Ziel Choquekirao. Aber da wir ja am erst um kurz nach 12 aufbrachen dauerte es bis fast zum Sonnenuntergang bis wir an unserem ersten Camp ca. 250 Meter über dem Flußbett ankamen. Zu unserer aller Freude war auch keine Spur von unserem Gepäck und dem Koch zu finden die erst nach Sonnenuntergang eintrafen und wir somit die Zelte im Dunkeln aufbauen mussten. Zum Abschluß hieß es dann noch eine Belohnungscola gönnen und im Schein der Taschenlampen und Kerzen zu Abend essen, wobei sich sogar ein schöner Skorpion zu uns gesellte. Ahh da schläft man doch gleih beruhigter im miefigen Zelt.
Wie für die meisten der folgenden Tage ging es dann wieder in aller Herrgottsfrühe raus, frühstücken, packen, waschen, vorbereiten und los zum nächsten Abenteuer. Und dieser Tag sollte noch ganz schön lange werden, denn nachdem wir den Fluss hinter uns gebracht hatten hieß es im Zickzack in die Höhe auf den zu Teil steilsten Pfaden die ich je gesehen hatte. So dauerte es diesmal auch nicht so lange bis wir ins schwitzen und stöhnen kamen und uns die Donkeys samt Führer mit Leichtigkeit überholten. So wurden die Abstände zwischen uns immer größer und die zwischen den Ruhepausen immer größer. Gott sei Dank mussten wir kein Gepäck mit uns schleppen sonst wäre hier wohl schon Schluß gewesen für uns. Bis zum Mittagessen schien der Weg Endlos und nach jeder Kurve ging es noch länger und steiler nach oben. Aber am Ende kamen wir doch an der Mittagshütte an wo wir uns erst einmal ausruhten. Und ich kann Euch sagen so gut wie hier hat ne Cola noch nicht geschmeckt. Das Essen was unsere Führer für uns und eine weitere Gruppe, bestehend aus Nilton und Freddi zwei Jungs aus der Hauptstadt, machten war auch echt Klasse. Zwar hatte uns der Guide erst versprochen dass hier für heute Schluss wäre aber zu unserer Überraschung ging es dann noch bis zum Nationalparkcampingplatz weiter, der 2 Stunden entfernt lag. Am Ziel angekommen spaltete sich die Gruppe da Roberto und ich nenn in mal Erwin noch zu den Ruinen aufbrachen da sie ja morgen schon wieder den Rückweg antreten mussten, denn sie hatten ja nur eine 4 Tage Tour gebucht. Mei waren wir froh diesen Weg nicht mehr zurück laufen zu müssen, wobei was auf uns wartete war nicht viel besser. So chillten wir noch ein wenig und genossen die tolle Aussicht bevor es nach dem Essen dann ins Bett ging.
Der 3 Tage stand dann ganz im Zeichen der Inkas und so erkundeten wir die Ruinen des Choquekirao die über die komplette Bergspitze verteilt liegen und wenn alles freigelegt wäre, größer als Machu Picchu sein sollen. Leider ist der aktuelle Ausgrabungszustand und der wiederaufgebaute Teil noch nicht so Spektakulär was aber durch die Lage und die unglaublichen Ausblicke ausgeglichen wird. So war der 3 Tage ein wenig erholsamer als die 2 ersten und wir konnten ein wenig Kräfte sammeln und unsere Füße ausruhen. Ach eine eisige Dusche konnten wir uns auch gönnen, auch wenn sie viel, sehr viel Überwindung abverlangte.
Tag 4 war dann volles Programm, erst ging es bei stark wechselndem Wetter auf über den Bergkamm hinter den Ruinen der 350 Höhenmeter über dem Camp lag. Dies sollte uns aber erst einmal den Blick ermöglichen auf dass was auf uns warten sollte. Denn vor uns lag wie ja schon so oft ein tiefes, tiefes Tal und so ging es über 1000 meter wieder in die Tiefe auf zu Teilen echt beschissenen Wegen, die von all den Mulis schön aufgearbeitet wurden. So waren wir überglücklich als wir am Flußbett ankamen und die Füße ins Wasser Strecken konnten. Danach gab es schön auf dem Kies des Bettes ein tolles Mittagessen mit anschließender Ruhepause bis es dann schon wieder in die Höhe ging. Dabei trafen wir auf unserem Weg immer mal wieder eine 2 Gruppe aus über 15 Leuten, etlichen Guides, Köchen, 36 Mulis plus Führer die alle durchschnittlich 10 Jahre älter als wir waren. Dies sollten auch die einzigen Touris bleiben die wir bis zum 7 Tag zu Gesicht bekamen. So ging es dahin und für die nächsten Stunden hieß es schnaufen, ausruhen, gehen, schwitzen und hoffen, dass dies alles bald ein Ende hat und unser Camp in Sichtweite kommt. Am Schluß glaubten wir schon garnicht mehr an die Erlösung und wollten uns schon den Gnadenschuß geben. Aber wir hielten durch und erkannten mal wieder zu was der Mensch in der Lage ist wenn man keine andere Wahl hat, denn ein zurück war unmöglich. Straßen oder befahrbare Wege waren nämlich Fehlanzeige, hier kam man nur zu Fuß oder wenn man ganz mutig ist mit Pferd oder Muli hin. Tolle Aussichten wenn man bedenkt wie schnell man auf diesen Wegen und am ständigen Abgrund verunglücken könnte. Toll dann geht es halt mit dem Muli ins über 100 Kilometer gelegene Krankenhaus. So feuten wir uns wie kleine Kinder als der Übernachtungsort in Sichtweite kam und wir nicht mehr laufen mustten. Jetzt erst mal wieder ein kaltes Softgetränk, mhhh, dass schmeckt. Der Abend endete dann abrubt als beim Essen starker Regen einsetzte. Leider mussten wir dann auch noch feststellen dass unser Zelt nicht wirklich Wasserfest ist. Ja da ham wir mal echt ne tolle Company gewählt mit Klasse Material.
Der 5 Tag startete also mit feuchten Sachen, einem nassen Zelt und einer nicht so guten Laune, besonders auf unseren Guide der von unseren Problemen nicht beeindruckt war. Naja, aber nicht verzagen wir schaffen dass schon. Und so ging es weiter bei schlechtem Wetter und geplagt von tausenden kleiner Scheißbeißmücken auf zum ersten Höhenrausch. Denn als Tageshöhepunkt stand ein 4200 Meter hoch gelegener Pass auf dem Plan den es zu überwinden ging. Und auch wenn der matschige Weg ein Wahnsinn war, besonders nachdem fast 40 Mulis durch gerutscht waren und alles eine schöne Soße ergab. Aber auch dies bewältigten wir und so kamen wir nach Stunden auf der Spitze an von wo aus man mehrer Täler und Berge einsehen konnte. Ach dabei habe ich ja ganz vergessen dass auf den noch höheren Berge über die Nacht sogar Neuschnee gefallen war. Was ein beeindruckender Ausblick und was für eine Leistungen für so 2 faule Weltenbummler. Und wo es hoch ging geht es natürlich wieder runter. So waren es über 3 Stunden mehr bis es endlich ausruhen hieß und wir die nassen Sachen zum trocknen aufhängen konnten. Leider fing es dann am Abend wieder an zu regnen und nicht gerade ein wenig, so legten wir uns nach dem Essen voller Freude wiedr in die feuchten Schlafsäcke und hofften auf einen besseren Morgen.
Der 6 Tag startete eigentlich ganz gut, bei leicht besserem Wetter ging es los in Richtung zweitem Highlight dem 4600 hohen Pass. Der Weg war zu Beginn wundervoll, so ging es langsam und gemächlich durch ein wunderschönes Tal immer dem Pass entgegen. Leider wechselte das Wetter kurz vor dem Pass und so mussten wir mehrere Stunden bei Regen, Schnee und Wind mit der dazu dünnen Luft kämpfen um über diese Herausfoderung zu kommen. Die uns wirklich alles abverlangte und ich dass erste mal im meinem Leben ein Gefühl dafür bekam was eine große menschliche Leistung wie der Everest darstellt. Dabei wurden wir ganz schön sauer auf unseren Guide der uns einfach stehen ließ und mit den anderen vorraus lief. Ich glaube wären wir nicht auf ihn angewiesen gewesen und wäre er eigentlich ein nich so nettes Bürschen gewesen, hätten wir ihn gerne gekillt. Aussicht war dann vom Pass keine Option da alles in Wolken gehüllt war und wir ohne Guide unseren eigenen Weg über den Matsch nach unten finden mussten. So wartete der Rest der Gruppe scheinbar völlig entspannt auf uns weiter unten im nächsten Tal mit einem warmen Mittagessen. Im Anschluß mussten wir dann noch für 2 einhalb Stunden durchhalten bevor wir endlich wieder ausruhen konnten. Bei Regen und Essen im Bretterverschlag ging der letzte Tag im Zelt zu Ende den es sollte im nächsten Tagesziel ein Bett und eine Dusche warten.
Tag sieben ging es dann erst mal ein paar Kilometer über die erste Straße seit Tagen und da unsere Mulis wieder zurück gingen von hier musste unser Guide die Sachen mit dem Bus vor fahren. Und ich kann euch sagen dass wir in bei dieser Straße nicht beneideten. Wer aber mal so Richtig nen Adrenalinschub brauch für den wäre dass wohl das Richtige. So ging es fast Eben (naja was in den Anden halt so als Eben bezeichnet wird) und in Rekordtempo dem nächsten Ort entgegen. Wobei wir nur dreiviertels der Strecke zu Fuß bewältigen mussten und der Rest nach dem Mittagessen im Bus abgrissen wurde. Dabei gab besonders Marina so Vollgas dass ich gerade so nachkam und wir den anderen Guide und seine Jungs voll abhängten, denn sie war böse auf ihn dass er am Anfang so schnell machte und sich keine Zeit nahm irgendetwas zu erklären. Ach und dann die Dusche und unser naja vom damaligen Standpunkt tollen Zimmer waren wir echt angetan. Dann hieß es noch zu den heißen Quellen wo Marina sich mal mit unserem Führer aussprach und wir von dem nicht so heißen Wasser ganz schön enttäuscht waren. Der Abschluß bildete dann Abendessen mit Bier und ein wenig relaxen im Zimmer.
Tag 8 war dann eine echt entspannte Nummer. Es ging durch ein Bachbett und die dazu gehörige Straße langsam und ohne Stress in Richtung Aguas Caliente. Zwischenstopp gab es dann bei dem Wasserkraftwerk dass mit einem tollen Wasserfall glänzt und an den Bahnschienen zum Mittagessen. Danach ging es dann immer an den Bahnschienen bei immer wieder einsetzendem Regen dem Ziel entgegen. Dabei war trotz des Wetters die Stimmung immer super und wir genossen so Richtig die tolle Landschaft. Sogar den seltenen Cock of the Rock (also Hahn der Berge), dass Wahrzeichen von Peru ließ sich Blicken und erfreute uns mit seinem tollen roten Gefieder. Am Ende waren wir dann sogar ein wenig traurig als wir in der Tourihölle Aguas Caliente ankamen wo alles nur so vor Scheintoten wimmelte. Naja für Marina war es eher eine Wohltat da sie mit einem entzündetem Fuß und Kopfweh zu kämpfen hatte. Der letzte Wandertag endete dann mit einem leckeren Essen und dem Abschied von unserem Guide. Denn morgen sollte es schon sehr früh zum Machu Picchu gehen.
9Tag, der Wecker klingelte um halb 5, da wer den Berg neben dem Machu Picchu wegen der tollen Aussicht erklimmen will unter den ersten 200 Besuchern sein muss. Da wir aber nach dem aufwachen starken Regen hören konnten entschieden wir uns die Aussicht sausen zu lassen und noch mal ne Mütze Schlaf zu nehmen. Als wir dann spät aufgestanden waren und wir uns fertig gemacht hatten, gingen wir erst mal einen schönen Kaffee trinken. Im Anschluß entschieden wir uns dann, nach dem dass der Regen aufgehört hatte, mit dem Bus hoch zu den Ruinen zu fahren. Hier war es wie im Ameisenhaufen voll mit Touris auf der Suche nach einem einmaligen Foto. Marina war dass alles schnell zu viel mit ihrem schmerzenden Fuß und so setzte ich sie an einem schönen Punkt ab um die Ruinen ein wenig zu erkunden und um tolle Fotos zu machen. Nach 2 oder 3 Stunden waren wir dann auch durch mit dem Machu Picchu und wir verbrachten den Rest des Tages im Ort da unser Zug zurück nach Cuzco erst Abends ging. Am Zug trafen wir dann wie an den heißen Quellen nochmals unsere 2 Holländer um Abschied zu sagen. Am Endpunkt des Zuges angekommen waren wir dann überrascht dass unser Bustransport nicht zu finden war und wir einen selbst organisieren mussten. So kamen wir völlig fertig und genervt in unserem Hostel in Cuzco an wo wir ins Bett fielen.
So ging eine harte aber auch beeindruckende Tour zu Ende die uns so einiges abverlangte und mit einmaliger Landschaft entlohnte. Von hier aus ging es dann nur in einer Mamutfahrt über 20 Stunden nach Lima wo wir eine Nach schliefen und nächsten Tag schon nach Panama flogen.










Danke an alle die uns was zu sagen haben