Constitucion
13 09 2010Nach all dem Naturschauspiel in der Atacamawüste und all der vielen Touren ging es für uns wieder zurück nach Santiago. Dieser Trip dauerte schlappe 23 Stunden mit dem Bus und dann schnell eine Nacht in unserem alten Hostel pennen und am nächsten Tag schon wieder 8+ nach Constitution wo wir fertig und geschafft ankamen. Vom Busbahnhof noch mit dem Taxi zum Hotel wo wir dann schon von der Dame des Hauses in Empfang genommen wurden.
Nur einer fehlte, um uns in alles einzuweisen, Matt der Kalifornier aus La Serena auf dessen Angebot wir letztlich doch eingingen, um ein paar Tage ehrenamtliche Arbeit zu leisten und ein wenig zurück zugeben an diese wundervollen Leute in Chile. Und warum dieser Ort gerade werdet ihr jetzt fragen?. Weil hier im Frühjahr 2010 eins der stärksten Erdbeben aller Zeiten die Gegend erschütterte und zu allem Übel danach ein dadurch ausgelöster Tsunami über den an der Küste gelegenen Teil hinwegrollte und alles Übrige mit sich riss. Zurück blieb ein zu großen Teilen zerstörter Ort mit über Hundert Toten, tausenden Obdachlosen und dem Verlust von der inneren Sicherheit. Und hier versuchten wir nun Matt bei seiner Arbeit zu helfen den Leuten wieder ein Dach über dem Kopf zu geben und etwas zu verändern.
Matt´s Idee eines Vereins der den Leuten anschließend an die Hilfen des Staates und des Auslands weiterhilft um noch die vielen Sachen zu verändern und zu reparieren die aus den Erstmitteln nicht geleistet wurden, war groß und für einen mitte 20 jährigen unglaublich mutig. Eigentlich hatte Matt auch keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet und auch seine handwerklichen Fähigkeiten waren nicht groß Vorhanden (brauchte man wohl auch nicht im Makler Geschäft in dem er zuvor war) , aber er verfolgte sein Ziel mit Nachdruck und war sich für nichts zu Schade.
Wie sah nun unsere Arbeit in der Woche dort aus? Unsere körperliche Arbeit bestand darin in zwei Häusern die von den Minenarbeitern im Norden gstiftet wurden und von Studenten zum Teil errichtet wurden, die noch nötigen Arbeiten zu beenden. Hierbei wäre ich als Handwerker beinahe verzweifelt, denn so gut gemeintes Geld und Unterstützung wurde hier wohl wie zuoft, ohne Sinn und Verstand eingesetzt und mit der einen Premisse Zeit beendet. Ich meine damit dass diese Holzhäuser in Baukastenweise ohne Fachperonal in kürzester Zeit errichtet wurden, ohne auch noch die schlecht geleistete Arbeit zu beenden. Wahrscheinlich kann man diesen Studenten und Leuten gar keinen Vorwurf machen, denn sie wussten es nicht besser. Aber was für die Bewohner dabei raussprang ist erschütternt und wenn man bedenkt dass viele von ihnen für mehr kein Geld haben und in diesen Hütten Jahrzente leben müssen, sehr sehr traurig. So hätte ich ab und zu gerne den Hammer in die Ecke geschmissen und wäre lieber wieder weiter gefahren um nicht mit an zu sehen wie auswecklos die Lage für viele wohl ist. Aber wir arbeiteten fleisig weiter und das Lachen auf den Gesichtern der Bewohner war der größte Lohn den ich jemals erhielt.
So war zusammengefasst unsere aktive Arbeit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, was für mich viel mehr brachte war der Austausch zwischen Matt und mir. Da ich ja Erfahrung im sozialen Bereich habe und ihn Handwerklich beraten konnte, hatten wir sehr interresante lange Gesprächse über seine Möglichkeiten vor Ort und wie er versuchen muss Fuß zu fassen. Denn eins ist wohl sicher er musste einen Weg finden Leute zu aktivieren und sich mit den Einheimischen zu vernetzen.
Die Woche verflog so schnell dass wir es garnicht bemerkten,dabei wären wir noch gerne geblieben um weiterzuhelfen. Besonders da alle Leute hier so nett zu uns waren (ach wir waren die einzigen 3 nicht Chilenen im Ort) und wir neue Freunde gefunden hatten. Besonders Elli die Köchin des Hotels war uns ans Herz gewachsen und so kochte ich am letzten Abend auch noch für alle eine riesige Lasagne und wir Feierten ein wenig mit Rotwein unseren Abschied. Da wir schon morgens um halb 6 am Bus sein mussten, war es eine kurze Nacht und da ich und Matt in lange Gespräche über seinen Verein und alles verfielen kam ich gar nicht ins Bett. So ging es traurig, müde und betrunken weiter auf unserer Tour. Diesmal zurück nach Argentinien auf einen Zwischenstopp vor Bolivien.










Danke an alle die uns was zu sagen haben