Von Dalat nach Saigon durch das Zentrale Hochland von Vietnam in 4 Tagen
18 03 2010„Get your motor running head out on the highway
looking for adventure in whatever comes our way!!“
Steppenwolf/Born to be wild
So ging es los zu einem Trip der, soviel will ich schonmal vorwegnehmen, das Beste war was wir bisher erlebten. Tin Tin viel leider aus und so hatten wir kurzfristig einen neuen 2 Guide, Dan ein Veteran der südvietnamesischen Armee und ein Herz von einem Menschen (wer den Bericht zuvor nicht gelesen hat?, der 1 Guide war Bang von unserer Tagestour 3 Tage zuvor).
Es fällt mir nun im Rückblick nicht gerade leicht diese so andere Art des Reisens und all die erworbenen Eindrücke, das Wissen, all die Liebe für dieses Land und seine Bewohner und die Traurigkeit über den Umgang mit der Natur in Worte zu fassen, aber ich werde versuchen, es für euch so gut wie mögich zu tun.

unsere Naturdusche
Die Tour führte uns weit weg von den touristisch ausgetrampelten Pfaden, quer durch eine Gegend in der man mehr über ein Land und seine Menschen lernt, als wenn man von einem Lonelyplanetspot zum anderen kurvt.

hier werden gerade die Raupen ausgewickelt
Wir trafen die Minderheiten des Landes, die in einer Zwickmühle leben aus der es nur schwer ein entkommen gibt. So sind sie gewohnt eine Fläche zu roden, als Ackerland nutzbar zu machen und wenn es ausgelaugt ist weiter zu ziehen um den Kreislauf von vorne zu starten (trifft natürlich nicht auf jede Gruppe zu, aber auf genügend!!). Ausserdem kommen der Bildungsmangel und die sozialen Probleme dazu, die es den verschieden Gruppen erschweren, Fuß zu fassen im Heute und Jetzt. Ja und natürlich die Katholische Kirche. Ihr Glaube, den diese Volksgruppen angenommen haben und nun in einer festen Überzeugung an den Himmel nach dem Ende des Lebens, hat dazu geführt dass die Menschen sich nicht um ihre Zukunft und die ihrer Kinder scheren und so Tür und Tor der Vergewaltigung ihrer Umwelt geöffnet ist. („Geschichte wiederholt sich leider immer wieder!!!)

was übrig bleibt
Wir sahen die unglaublichen Ausmaße der Agrarwirtschaft, Seide (von der Raupe bis zum Stoff), Kautschuk, Kaffe, Caschew Nüsse, Pilze, Reis, Früchte, Gemüse und nicht zuletzt Tapioka (eine Pflanze deren Wurzel wohl am besten mit der Kartoffel vergleichbar ist), benötigen so viel Fläche, dass von unberührter Natur oder Urwald nicht mehr viel übrig geblieben ist. So fuhren wir Stunde über Stunde an Plantagen und Äckern vorbei die die Landschaft in ein trügerisch harmonisches Bild hüllen. So muss man sich vorstellen, dass nach Angabe unseres Guides, zwischen 70 und 80% der Bevökerung (es gibt über 84 Millionen Vietnames und die Zahl steigt stetig) im Agrarwesen arbeiten, einfach unglaublich!!!. So sahen wir Brandrodung, Kahlschläge und andere Grausamkeiten an der Umwelt mit eigenen Augen und mussten erkennen, dass von Wildlife hier wohl nicht mehr zu sprechen ist. So hat hier auch schon der Klimawandel einzug gehalten und die Jahreszeiten und Temperaturen verschoben („wir machen uns das Wetter wie es uns gefällt???). Besonders der Anbau der Tapioka ist problematisch, so kann jeder ohne Wissen einen Wald roden und wenn die Regenzeit gekommen ist, einfach Tapiokastielstücke in die Erde stecken und auf die Ernte warten. Leider ist nach wenigen Jahren der Boden so ausgelaugt, dass sich der Anbau nicht mehr lohnt und die Erde für Jahre unbrauchbar ist und so geht es dann zum nächsten Wald. Damit trägt diese Wurzel, die die Ernährung der Vietnamesen im Krieg sicherte zur verkarstung des Landes bei, da man aus ihr Stärke, Tierfutter sowie viele andere Dinge erzeugen kann und der Preis mit 2000Dong pro Kilo hoch ist.

kaffee riecht toll
Wir lernten mehr über die Geschichte und den Vietnamkrieg als einem die meisten Bücher oder Filme weismachen wollen. So konnte uns Dan und Bang viel darüber erzählen, wie es war und dass der Krieg (eigentlich ein Bürgerkrieg) in erster Linie zwischen den Streitkräften der Südvietnames und Nordvietnamesen stattfand und innerhalb der 15 Jahre anhalteten Gefechte mehr als 3 Millionen Menschen (2 Millionen Zivilisten) ihr Leben liesen. Die Einmischung der USA und ihrer Allianz auf der Seite des Südens und die Waffenhilfe von China und der Sowjetunion auf Seite des Nordens, steuerte wohl einiges dazu bei, dass diese Zahl so erschreckend hoch ausviel. Die Auswirkungen des Krieges sind heute noch sichtbar, so hat Aid and Orange dazu geführt dass einige Flächen bis Heute verseucht sind und es auch noch lange bleiben. Dass Thema Krieg ist in vielen Köpfen immer noch allgegenwärtig, was durch all die Propaganda, den Plakaten, Denkmälern und Friedhöfen wohl auch noch lange gewart bleibt. Zum Glück hat sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 91 und der Öffnung gegenüber dem Westen 95 einiges getan, wenn auch nicht immer zum besten.
Es bleibt abschließend festzuhalten, macht so eine Tour, auch wenn der Preis hoch erscheint, es ist jeden Cent wert und ihr werdet danach mit einem anderen Blick auf das Land nachhause fahren. Wir lebten, aßen und sahen Vietnam von einer Seite wie es nur auf dem Sozius eines Easy Riders möglich ist.

Easy Riders Danke
Deshalb kommt nach Dalat findet Tin Tin, Dan oder Bang und macht den Trip eures Lebens. Ach keine Angst, so sicher und bequem wie auf dem Rücksitz der beiden haben wir uns noch nicht auf den Straßen hier bewegt, die Jungs sind Meister des Fachs.

Nacht mit Seeblick
Wir sagen Danke, danke für alles und wir wünschen euch Jungs ein langes Leben und Dan immer schöne Nudeln zwischen all dem Reis!!!
Und all den anderen Leuten auf dem Weg und auch dem Land viel Glück und alles Gute in der Zukunft (Carpe Diem, aber passt bitte endlich auf eure Umwelt auf und schmeißt nicht alles überall hin, BITTE!!!!)










Hi ihr beiden,
scoen, dass es euch gut geht und ihr eure Zeit geniesst! Bis bald, Theresa
Sehr interessant,
kann meinen Neid nur schwer zurückhalten. Das hätte uns damals sicher mehr Spass gemacht als im Bus zu leiden. Was die umweltverschmutzung betrifft war es bei uns genauso. Echt traurig wenn man sich das so anschaut.
Lies mal bitte deine Mails…
Cheers,
Daniel