Die Südinsel von Neuseeland
27 07 2010So nun hatten wir wohl den größten Abstand zu unserem Heimatland erreicht, viel weiter weg als Neuseeland geht es wohl kaum noch. Und wieder erwartete uns ein Temperatursturz, war es in Darwin noch um die 30 Grad, kamen wir in Christchurch bei gerade mal 8 Grad Nachts auf der Südinsel an. Zum Glück stand unser Abholservice bereit der uns in unser Hostel außerhalb der einzigen wirklichen Großstadt der Südinsel brachte. Im Point Break Hostel wurden wir dann auch gleich herzlich empfangen und in alles eingewiesen, danach ging es dann endlich ins Bett. Den nächsten Morgen machten wir uns erstmal auf in die Stadt und dann zum Flughafen wo wir unser Auto in Empfang nahmen. Und ja es war toll, ein Toyota HiC mit Kochfeld, Grill, Kühlschrank, Sitzbänken (die man zum Bett umbaut), Tisch, Waschbecken und allem was man so braucht. Also mit dem Schrott aus Australien nicht zu vergleichen, zum Glück!!!

Ahhh !!! Einsamkeit
Die nächsten Tage in Christchurch verbrachten wir damit unsere Vorräte aufzufüllen und uns noch ein wenig für die anstehenden Temperaturen auszustatten. Außerdem besuchten wir 2 Kunstmuseen in denen es sehr interessante und skurrile Sachen zu bestaunen gab. Und ach wir aßen auf dem Marktplatz eine schön gegrillte Deutsche Wurst in der Semmel und tranken Abends leckeren Rotwein zu unserem selbst gekochten Essen. Es bleibt über Christchurch zu sagen dass es eine nette Stadt mit viel englischem Flair und freundlichen Leuten ist und in der man sicherlich noch viel mehr erleben kann wenn einerseits das Wetter besser ist und andererseits nicht erstmal wieder versucht in einem neuen Land anzukommen. Aber wir sind ja auch nicht nach Neuseeland gekommen um Städte zusehen sondern um die tolle Natur zu erleben.
So ging es dann auch endlich los mit unserem Roadtrip durch den neuseeländischen Winter.
Den ersten Abstecher machten wir nach Akaroa, ein Ort der in der verschnörkelten Küstenlandschaft gleich in der Nähe von Christchurch liegt und wo es auf schmalen Straßen über Hügel und Berge zu kleinen Orten in wunderschönen Buchten ging. In Akaroa selbst besuchten wir ein kleines Museum, indem die Geschichte der Gegend sehr nett in Szene gesetzt wurde, danach tranken wir Kaffee und machten weiter über die kleine Halbinsel. Von Bucht zu Bucht führte die Straße an tollen Aussichten und an erschreckenden Abhängen vorbei, bei denen Marina ab und zu die Luft anhalten musste. Zum Übernachten fanden wir dann direkt am Wasser einen netten Parkplatz direkt in einer traumhaften Bucht wo wir unsere erste Nacht im Camper verbrachten.
Und was für ein Gefühl dass war in solch einer Szenerie auf zu wachen und sich für einen neuen Tag fertig zu machen.
Jetzt ging es erst wieder zurück in Richtung Christchurch und dann immer in Richtung Süden den Highway entlang. Auf dem Weg stoppten wir für Kaffee und Kuchen, Mittagessen im Camper und an ein paar Aussichtspunkten, bis wir abends in der Gegend um Omaru ankamen wo es die Gelbaugenpinguine zu sehen gab. Es war schon faszinierend zu sehen wie diese Tiere ohne Arme ihren Weg vom Strand bis hoch in die mit Büschen bewachsenen Steilhänge machen, wo sie in kleinen Höhlen (Nestern) leben. Da es schon dunkel wurde waren wir froh dass uns ein Einheimischer einen nahe gelegenen Strand abschnitt zeigte wo wir über Nacht stehen konnten und bei Meeresrauschen, in das kalte Land der Träume eintauchten. Als wir aufwachten mussten wir leider feststellen dass unser Wassertank eingefroren war und es zum Frühstück kein Tee gab.

Erwachen am Meer
Aber was will man erwarten wenn man im Winter nach Neuseeland kommt, es ist kalt nachts und man muss sich einfach in eine Decke mehr kuscheln. Also wieder alles umbauen und weiter die Ozeanstraße hinunter in Richtung Dunedin unserem nächsten Ziel. Auf dem Weg gab es Landschaft vom feinsten zu bewundern und herrliche Küste zu sehen. Neuseeland, dass kann ich schon mal vorweg nehmen ist einfach Postkarte pur, es vergehen keine 50 Kilometer ohne dass einem die Natur ein Lächeln abringt. In Dunedin dann ging es nach einem Bummel durch die kleine Innenstadt zum Catburry Museum.

Im Schokiland
Was ist Catburry???, ganz einfach, die Milka von Neuseeland, der man ein kleines Museum in Dunedin gewidmet hat, wo man einen Schokofall und andere tolle Sachen von einem der witzigsten Guides aller Zeiten gezeigt bekommt (mhhh!!!). Im Anschluss fuhren wir an der Bucht entlang in Richtung Dunedin Peninsula (keine Ahnung wie man dass übersetzt, vielleicht so was wie Halbinsel???). Hier fanden wir einen netten Campingplatz wo wir unsere Batterien laden konnten und auch mal wieder eine Dusche von innen sahen. Am nächsten Tag ging es dann weiter um die Halbinsel bis zur Spitze, wo man von der Anhöhe einer Klippe Möwen und andere Seevögel beim brüten und leben zuschauen konnte. Man hätte auch die Möglichkeit gehabt Albatrosse zu sehen aber dies war uns mit 40 Dollar pro Person eindeutig zu teuer.

Wo die Seevögel leben
Nächster Spot nach einer weiteren Fahrt an der Küste entlang war der Nugget Point, der östlichste Punkt von Neuseeland, wo in einer schroffen Küstenlandschaft mit Bergen ein Leuchtturm auf der erhobenen Landspitze zum Sonnenuntergang einlud. Am Parkplatz mit öffentlicher Toilette konnten wir auch wieder kostenlos übernachten und wurden von einem tollen roten Sonnenaufgang geweckt.Ja die Tage in Neuseeland waren wirklich kurz, um 8 Uhr wurde erst langsam hell und um 16 Uhr konnte man schon wieder langsam den sehr lange dauernden Sonnenuntergang (vom Start der Dämmerung bis zur Dunkelheit vergingen meistens 2 Stunden) beginnen sehen.

Der östlichste Punkt
So aßen wir früh zu Abend und lagen meist um 20.00 Uhr im Bett wo wir noch ein paar Folgen Big Bang Theory auf dem Laptop anschauten.
Invercargill lautete das nächste Tagesziel, dass auch den Wendepunkt auf unserer Fahrt gegen Süden markierte und wohl die größte Entfernung zu Deutschland darstellte. Unterwegs gab es mehrere kleine Wanderungen zu Wasserfällen und wieder viel viel Landschaft. Die kleinen Ausflüge ins Grüne taten uns gut und die Wasserfälle waren eine nette Abwechslung zur vorigen Küstenszenerie. Nach einer Nacht auf dem Campingplatz ging es am Morgen in das örtliche Museum, wo wir mehr über die Maori erfuhren und einen der ältesten Einwohner des Landes bestaunen konnten, einem Tuatara (groß Eidechsen die nur hier vorkommen und über 100 werden).

Wasserfall Idylle
Zusätzlich wurde einer der brühmtesten Einwohner geehrt, Burt Monroe der mit seiner Indian mehrfach Geschwindigkeitsrekorde brach und dessen Person von Anthony Hopkins in einem Film dargestellt wurde. Des weiteren mussten wir uns täglich auch mit den üblichen Dingen des Lebens beschäftigen, essen, trinken (Wein!!!), putzen, einkaufen, Bett machen und schlafen. So stellte sich neben all dem schönen, auch mal wieder eine Routine ein die uns wieder auf den Boden holte.

Einfach wie im Traum
Ein Landschaftswechsel stand als nächstes auf unserem Zeitplan, und so ging es nun in Richtung Nord-West auf zum Fjordland. In Manapuori am Doubtfull Sound (Sounds heißen hier die Fjorde!!) wo wir einen netten Campingplatz fanden und auch gleich noch einen Bootstrip zum Fjord für den nächsten Tag buchten, ließen wir uns nieder. Der Campingplatz war mit seiner alten Besitzerin schon selbst eine Sehenswürdigkeit, da überall auf dem Gelände Oldtimerfracks standen, die dem ganzen einen speziellen Flair verliehen. Hauptsächlich waren die Fahrzeuge von der alten Marke Morris (auf einem stand sogar RAF zu lesen und manche Schilder waren in einem naja Deutsch ???mhhhh???) und dazu noch sehr seltsame Hippiebusse mit Holzaufbau und einer Schiffskanzel auf Stelzen, muss man einfach gesehen haben. Morgens ging es pünktlich zum Sonnenaufgang zur Tour, erst mit dem Boot über einen großen See der von Schnee bedeckten Bergen umgeben ist zum anderen Ende, wo eine der größten menschlichen Leistungen der Neuzeit zur Besichtigung stand. Hier hat man über viele Jahre mit tausenden von Menschen dem Fjordland und seinen Bergen ein Wasserkraftwerk abgerungen, dass in seiner Art einzigartig ist.

uhhhiii
In einen der härtesten Felsarten der Welt bohrte und sprengte man riesige Räume und kilometerlange Tunnel um die Energie für einen riesigen Aluminiumschmelzer bei Invercargill zu liefern. Man muss sich nur mal vorstellen dass dieses Kraftwerk mit max. 800 Megawatt genug Energie herstellt um die komplette Südinsel zu versorgen, leider braucht das Aluminiumwerk aber schon 600 Megawatt!!!. Nach dieser Besichtigung ging es über die Straße durch die Berge die zum Doubtfull Sound und dem Ende des Kraftwerktunnels führte, sie ist die teuerste Straße von Neuseeland und hat einen unglaublichen Streckenverlauf. Am anderen Ende angekommen wartete das zweite Boot auf uns dass uns im Fjord umher fuhr, wir sahen Robben und eine einmalige Landschaft leider aber bei trüben Wetter, was keine guten Fotos zuließ. Bis wir zurück am Campingplatz waren, war die Sonne auch schon untergegangen.
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf zum Milford Sound, der Sound selbst interessierte uns eigentlich gar nicht aber die Strecke dort hin war eine der schönsten die ich je gefahren bin. Durch die Berge, über Pässe, durch Täler und Tunnel ging es in fantastischer Kulisse zum Fjord von wo aus wir nach einer kleinen Pause wieder umkehrten da diese Strecke Oneway war. Wir machten noch einige Kilometer in Richtung des Skiortes Queenstown und fanden am Eerie River einen netten Schlafplatz wo wir unsere Zelte aufschlugen.
Nach einer kurzen Fahrt kamen wir in Queenstown an und mussten feststellen Skiorte sehen wohl auf der ganzen Welt gleich aus. Wir unternahmen einen Spaziergang in der Stadt und machten dann weiter den Highway lang wo wir uns noch ein paar Bunggiesprünge ansahen an dem Ort wo es scheinbar erfunden wurde. Nun aus Queenstown raus änderte sich wieder die Umgebung und es wechselte zu riesigen Seen mit hohen Bergen die scheinbar direkt daraus heraus wachsen. An so einem See fanden wir auch wieder einen freien Fleck an dem wir in malerischer Landschaft das Nachtlager aufschlugen. Wenn es unterwegs möglich war machten wir zwischendurch aber auch immer halt und machten kurze Spaziergänge in die Natur um Wasserfälle oder historische Plätze zu besuchen und uns ein wenig die Beine zu vertreten.

es gibt auch schöne Wolken
Als Zwischenziel auf einem der härtesten Abschnitte unserer Reise stand dann der Franz Josef Gletscher, dem wir einen kleinen Besuch abstatteten und an seinem Fuß ein paar Fotos schossen. Danach ging es gleich wieder weiter über enge Straßen Berg auf Berg ab, durch Wälder und Täler, über tausende von Brücken und durch unzählige von Kurven. Eine Strecke um die Arme mal so richtig zu trainieren und nur geeignet für Leute denen nicht so schnell schlecht wird. Aber es ist einfach toll wie es hier so aussieht, Herr der Ringe ist ein Scheiß dagegen, kauft euch ein Flugticket und schaut und staunt selbst was die Natur so alles zu bieten hat. Puuhh war ich erledigt als wir in der Dunkelheit in Hokitika ankamen. Deshalb blieben wir am nächsten Morgen erst einmal länger liegen und machten noch eine Stadtbesichtigung, denn in der kleinen Stadt kann man den besten Maorischmuck von Neuseeland kaufen, da hier der berühmte Greenstone in Mengen vorkommt.

Eiszeit
„kleine Anekdote!!! wir tranken Kaffee in einem hübschen Laden mit bezaubernden Ladies als Bedienungenn, die ich natürlich gleich darauf hinweisen musste dass Deutschland in der Klammer hinter dem Heinekenbier nicht stimmt!!!! nana!!!! soweit kommt es noch!!!!“
Endspurt, Endspurt, denn Morgen geht die Fähre, so war unsere letzte Fahrt auf der Südinsel nochmal ein mörderischer Trip der mich ganz schön schaffte und an meinen Kräften kratzte. Aber wir hielten durch und kamen spät Abends in Picton an von wo aus die Fähre nach Wellington startete. Ach und die netten älteren Herrn auf dem Campingplatz waren wieder so nett zu uns, damit will ich nicht sagen nur die alten Leute wären nur nett hier, nein die Neuseeländer sind ganz im allgemeinen wohl eins der nettesten Völker auf der Welt, da könnten wir uns mal ne Scheibe abschneiden. So ich hoffe dieser lange Beitrag hat euch nicht geschafft. Also wir sehen uns auf der Nordinsel wieder zum 2 Teil von Neuseeland.










Danke an alle die uns was zu sagen haben