Nordwest-Vietnam-Tour
26 02 2010Wir schrieben den 18.02 als wir, die Weltreisegruppe 2010, bestehend aus Robert und Vicky McConnell, Marina und Boris Giesler, sowie einem Fahrer und einem Guide (konnte mir die Namen leider nicht merken), uns aufmachten, den Nordwesten des Landes Vietnam, zu erkunden. Ha hats jemand erkannt??? Enterprise (cool was!!!)
Leider war unser Start nicht der beste, da die Chefin der Reiseagentur nochmals beim Preis einen Aufschlag verlangte als wir schon mit unserem Landcruiser über 100 Kilometer von Hanoi entfernt waren. Ich war danach sehr in Rage und wollte die Tour schon beenden bevor sie richtig begonnen hatte, nach einpaar Minuten der Überlegung kamen wir aber gemeinschaftlich zum Entschluss die Tour doch durchzuführen und den Aufschlag zu bezahlen.

so schön kann der Norden sein
Mai Chau, dass malerisch in einem Tal umgeben von Reisfeldern liegt, war unser erstes Etappenziel. Hier hatten wir in einem Dorf einen Homestay für die Nacht (d.h. man übernachtet in einem Stelzenhaus bei einer Familie, wobei man sagen muss dass dieses Dorf hauptsächlich als Touristenattraktion dient und man in einem Anbau schläft, der stark an eine Scheune erinnert). Das Essen dort war super und unsere Familie sehr nett, wir bekamen einen haufen Decken zum schlafen (Es waren am Tag 15 und Nachts 8 Grad) und am Abend gab es Reiswein aus einem Tonkrug. Ach davor erklommen wir noch einen Berg an dem es über 1284 Stufen zu einer Tropfsteinhöhle ging (unser Guide hat unten gewartet), die Höhle war zwar nicht der Hammer aber ok, nur der Müll der überall herum lag störte das Bild.

es ist angerichtet
Am nächsten Morgen ging es nach einem leichten Frühstück (Nudelsuppe) weiter in Richtung Son La unserem 2 Etappenziel. Die Fahrt war mit 4 Stunden kurz und sehr angenehm. Leider war die Sicht an diesem Tag sehr eingeschränkt, da sich die meiste Zeit Wolken und Nebel auf unserer Fahrthöhe aufhielten, aber trotzdem gab es einige Dinge zu sichten, Schweine, Wasserbüffel, Reisfelder (normal und als Terrassen), Hunde (die bleiben eiskalt auf der Straße liegen wenn ein Auto kommt, faszinierend) und Leute. Darunter kamen wir auch bei einem Dorf eines Hilltribes vorbei, die mitten in einer Wolke, ein Ballspiel spielten und dabei ihre traditionellen Kleider trugen (sah aus wie eine bunte Fatamorgana). Son La selbst war nicht sehenswert und erinnerte mehr an eine Durchgangstadt an einer Transitstrecke, das Hotel hatte schon bessere Zeiten gesehen und das Essen war auch nicht erwähnungswürdig (besonders das Frühstück war ein Witz). Als Attraktion gab es ein Museum über Onkel Ho, den Indochinakrieg und Alltägliches (ca 100 Quadratmeter, so la la und besonders die Faustkeile aus der Steinzeit sahen aus wie Flußsteine, naja, wir glaubens mal) und eine Ruine eines Gefängnisses, in dem die Franzosen revolutionäre Vietnamesen Gefangen hielten. Danach machten wir wieder einen Aufstieg über 600 Felsstufen zum Aussichtspunkt über der Stadt der auch nicht gerade mit dem Wort atemberaubend in verbindung gebracht werden konnte. Naja wenigstens gabs HBO im Fernsehen und Bier.
Nächster Anlaufpunkt war Dien Bien, auf dem Weg über Berge und durch Täler gab es wunderschöne Lanschaften zu bewundern, grüne Reisfelder, Flüsse mit Wasserädern, kleine Dörfer und tolle Panoramaausblicke. Die Stadt selbst unterschied sich nicht all zu sehr von Son La, aber für die Vietnamesen ist es ein denkwürdiger Ort, hier wurden unter der Führung von Ho Chi Minh und General Giap am 04.05.1954 die französischen Kolonialtruppen geschlagen und somit die Vorherrschaft von Frankreich als Kolonialmacht in Asien beendet. Aus diesem Grund stand auf unserem Tourprogramm eine Besichtigung der letzten Kampfplätze und eines Museums (leider habe ich als Deutscher immer eine gedrückte Stimmung an solchen Orten und kann als Pazifist dem Thema Krieg nichts positives abgewinnen).

dass lachen von Kindern
7.30 war es als es auf die Zieletappe nach Sapa ging (toll !!!, schon wieder nicht ausschlafen). 8 Stunden Autofahrt lagen vor uns (für gerade mal 280 Kilometer) auf denen wir nur zum Essen und für einpaar Bilder stoppten. Die Straße war zum großen Teil weggerissen da hier eine neue Straße im großen Maßstab errichtet wird, so ging es über Schotterpisten und noch schlimmeren Baustellenwegen durch das Gebirge (unterwegs erreichten wir Höhen bis 1800 Meter) von Nordvietnam (der Fansipan ist mit 3140 der höchste Berg hier).
„Kurzer Einwurf!!“ Das Land hat ein Müll Problem, Plastikverpackungen und Sonstiges liegt hier überall am Straßenrand, in den Dörfern, Städten und in der freien Natur, und wisst ihr was das Schreckliche ist, wir Touristen wollten es, jetzt wollen es die Einheimischen und lassen es überall fallen wo sie es benutzen (wo soll dass hinführen?).
Zweiter Einwurf, der Nordwesten von Vietnam ist kahl, damit will ich sagen, hier wurden in den letzten 15 Jahren tausende von Quadratkilometern an Flächen bis zu den Spitzen der Berge gerodet. Der Primärwald (Jungle, Urwald oder wie ihr es nennen wollt) ist nicht mehr da, wo früher noch gigantische Bäume standen sind jetzt nur noch kahle Stellen oder Plantagen zu sehen und überall kann man die Narben und blutenden Wunden der Natur deutlich sehen, was man hier der Natur angetahen hat ist nicht mehr zu korrigieren und wird das Leben der Menschen hier noch für Generationen verändern (mein Herz weint, bei all dieser sinnlosen Zerstörung, nur wegen der reinen Profitgier und einer wie es in sozialistischen Ländern üblich ist sehr eingeschränkter Sichtweise!!!).

ausruhen (black Tay)
Sa Pa (http://de.wikipedia.org/wiki/Sa_Pa) (liegt auf 1600 Metern Höhe) der wohl touristischste Ort in Nordvietnam ist ein Traum, Berge, Reisterassen und malerische Ausblicke, sowie die verschiedenen Hilltriebes (Schwarze-, Blumen- und Weißetay, Mong u. etc.) machen die Stadt mit ihren bunten Kleidern und ihrem traditionellem Schmuck zu einem Postkartenmotiv. Als Aktionen stehen hier Trekkingtouren zu den Dörfern der Bergvölker an der Tagesordnung bei der wir sehr viel Spass hatten und viel vom Leben und seinem Wandel erfuhren (Müll leider doch sichtbar und keiner erklärt den Menschen wie sie sich schaden). Wer Zeit hat kann auch tief hinein in die Berge wandern und wahrscheinlich noch wirklich Uhrsprüngliches entdecken, aber dafür blieb keine Zeit, denn nach 2 Tagen ging es schon wieder zurück nach Hanoi.
Wie schon mal erwähnt, werde ich die Themen Umwelt und Weiteres noch gesondert behandeln. Ausserdem folgen bald die Länderfazits für jeden der auchmal eine weite Reise wagen will (schaut euch die Welt noch an solange die schönen Flecken noch da sind und beeilt euch die Zeit ist gegen uns!!!)
Also bis bald. P.S. schaut auch gerne nochmal über die alten Berichte, die werden meistens nochmal überarbeitet.









Mai Chau fand ich nach dem Streß in Ha Noi sehr angenehm auch wenn es natürlich für Touristen so hergerichtet ist. Wart Ihr eigentlich bei der Halong Travel Agency? Falls ja wäre ich sehr überrascht über den Aufschlag. Uns haben Sie super nett behandelt und der Service war super.
Was den Müll betrifft kann ich dir nur Recht geben. Müllentsorgung ist da echt ein Thema (da fährt man schon mal an den See und wirft den Müll einfach rein). Das sollten Sie sehr schnell in den Griff kriegen sonst wird sich dieses (eigentlich) wunderschöne Land kein Mensch mehr ansehen wollen.