Von Cairns bis zum Herzen

22 06 2010

Und auf ging es zu unserem 2 Teil des Roadtrips, ab jetzt hieß es wieder zu zweit auf in die unendlichen Weiten des australischen Inlands. Nach dem wir Karin zum Airport gebracht hatten machten wir uns mit einem zickigen Auto (die Automatik spinnte ständig bei niedriger Geschwindigkeit und Betriebstemperatur), von Cairns aus wieder in Richtung Norden und ab Townsville dann endlich in Richtung Westen immer zum Herzen hin.

der ultimative Wasserspielplatz

der ultimative Wasserspielplatz

Unser erster Zwischenstopp war Charter Towers eine kleine Goldgräber Stadt in der wir uns von unseren über 500 Kilometern Fahrt erholten. Ab hier war schon ersichtlich wie anstrengend die nächsten Wochen für uns werden würden, fahren, essen, zelten, essen, fahren, fahren und noch mehr fahren, puhhh ab jetzt sind wir endgültig im großen Outback angekommen. Die nächsten 2 Tage hielten wir in Julia Creek (das war ein witziger Platz mitten im Nirgendwo, aber in der offenen Campküche hing ein Plasma auf dem wir das Deutschlandspiel bewundern konnten und ein monströser Kühlschrank war vorhanden) und Camooweal (300 Einwohner) wo unsere Schaltung komplett versagte und wir am nächsten Tag, zur Reparatur nach Mount Isa (der letzten Großstadt für 1000 Kilometer) 200 Kilometer zurück fahren mussten.

Outback Bäumchen

Outback Bäumchen

Zu unserem Glück wurde unser Auto innerhalb von 3 Stunden repariert und so blieb es uns erspart in dieser Stadt zu bleiben die von einer unglaublich großen Mine überschattet wird, in der 80% der 50000 Einwohner arbeiten und die fast von jedem Platz der Stadt Bild füllend zu sehen ist. Also konnte es wieder weitergehen, leider schafften wir es aber nur bis Camooweal wo wir am Vorabend schon nächtigten. Und der Witz des Tages war!!!???!!! Ich kaufte in Mount Isa ein billiges Handy, um bei weiteren Problemen jemanden rufen zu können, aber was mir keiner sagte!!!, außerhalb von Mount Isa gibt es kein Netz mehr und der nächste Ort mit Netz ist Tennant Creek, der ungefähr 600 Kilometer in der anderen Richtung liegt (wow, hat sich ja voll gelohnt!!!).

Nur 14000 Kilometer bis zur Heimat

Nur 14000 Kilometer bis zur Heimat

Am nächsten Tag erreichten wir endlich den Stuart Highway der von Adelaide nach Darwin führt und somit von Nord nach Süd durch das Herz von Australien verläuft. Von hier an ging es jetzt immer in Richtung Süden, Alice Springs entgegen. Auf dem Weg wollten wir einen Halt in Tennant Creek machen, aber wir verließen die Stadt gleich nach einem auffüllen der Vorräte, da die dort herrschende Stimmung uns überrollte und wir mit der Situation nicht klar kamen. Wie soll man dieses Gefühl für euch zu Hause nur beschreiben, am besten wohl mit der auf einer Beerdigung oder bei einem Vorfall der Volkstrauer. Wir hatten ja gewusst dass die Situation zwischen den Ureinwohnern und den Weißen nicht leicht ist, aber wir hatten ja keine Ahnung welche Ausmaße dies heute noch auf das soziale Miteinander hat. Man muss sich nur mal vorstellen wie die Aborigines vor den Alkoholläden warten bis sie um 2 Uhr neuen Stoff kaufen können. Des weiteren würdigen sich die 2 Volksgruppen keines Blickes, niemand redet miteinander und es herrscht eine wirklich seltsame gesamt Stimmung, die mir so noch nie untergekommen ist.

Glücksrad?

Glücksrad?

So waren unsere ersten Begegnungen mit den Ureinwohnern nicht gerade von Offenheit und Freundlichkeit geprägt was uns dazu veranlasste, schnellstmöglich weiter zufahren. Zum übernachten hielten wir in Wauchope einem Homestead (das sind Siedlungen mit meist nicht mehr wie 5-30 Einwohnern), wo man tanken konnte und es Bier gab. Hier redeten wir mit einem Einheimischen über unsere Eindrücke des Tages und lauschten seinen Erläuterungen die er uns nur mitteilte wenn er sich sicher war das im keiner zuhörte. So nur noch einmal 600 Kilometer durch die Prärie und schon waren wir in Alice Springs, der Stadt im Herzen von Australien.

Und wieder ließ uns der alte Karren im Stich, denn nun strömte Benzin aus unserer Einspritzung direkt über den Motor. Leider waren, nachdem wir Stunden auf den Notdienst warteten, alle Werkstätten geschlossen und so blieb uns nichts anderes übrig als bis Montag auszuharren. Wir saßen also fest und vertrieben uns die Zeit mit Kino, Ausspannen und einem Besuch beim Rodeo, dass zwar sehr interessant war aber auch sehr sehr kalt. So verloren wir fast 4 Tage und konnten erst Montag nachmittags wieder aufbrechen. Diese Situation lehrte uns mal wieder dass wir nicht alles beeinflussen können und alternativen finden muss, auch wenn ich auf 180 war und den Typen von der Vierleihfirma am liebsten den Kopf abgerissen hätte.

Road Train

Road Train



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